Der große Fluß – Le Golo
Natürlich gibt es größere Flüsse, doch auf Korsika gebührt dem Golo auch wildwassertechnisch ein Platz an der Spitze.
Der Golo ist die wohl größte Flußbeschreibung auf dieser Seite, da ich 4 mögliche Strecken beschreibe . Das Laden wird sicher etwas dauern, habt also bitte Geduld.
Beginnen wir mit der Aufwärmetappe.
Von Ponte Castirla – Zeltplatz Campita
Diese 6 Kilometer bieten schönes Wildwasser 3 mit einigen Stellen 4, optimal zum Einfahren aber auch als kleine Tour am Nachmittag. Gleich nach dem Start kommt ein netter Katarakt, dann wird es erstmal leichter, allerdings gibt es am Zusammenfluß von 2 Armen eine schöne Spielstelle. In Straßennähe kommt dann irgendwann ein wuchtiger Katarakt mit fetten Walzen bei gut Wasser.

Bald darauf kommt ein kleines S, dann teilt sich der Fluß wieder in mehrere Arme. Bei viel Wasser geht es hier schnell und wuchtig durch den Wald. Bis zur Eisenbahnbrücke folgen dann einige schöne Stellen mit Spielpotenzial, der Abschluß bis zum Zeltplatz ist dann wieder leichter.
Fakten, Fakten, Fakten
Länge: ca. 6 km
Schwierigkeiten: WW 3-3+ mit Stellen 4
Einstieg: Ponte Castirla
Ausstieg: Zeltplatz Campita
Charakter: bei viel Wasser wuchtige Blockstrecken und Katarakte
Gefahren: keine besonderen, bei viel Wasser mächtige Walzen
Autobegleitung: Straße teils in Flußnähe
Ufer: meist begehbar
Wer will kann vom Zeltplatz gleich weiterfahren bis Ponte Leccia. Diese Strecke lohnt aber auch so. 500 Meter nach dem Start kommt der Staubsauger, ein kleiner Abfall mit mächtigem Loch (kein Rücklauf). Die Stelle sieht sehr imposant aus, Kenterungen sind an der Tagesordnung, aber Rollen ist eigentlich kein Problem. Direkt danach geht es noch wuchtig ein Kurve hinunter.

Bis zur Brücke in Francardo geht es dann abwechslungsreich zu, mit guten Möglichkeiten zum Spielen. Direkt nach der Brücke lauert rechts ein fettes Loch (von der Brücke sieht´s harmlos aus), dann geht es munter im felsigen Flußbett (Konglomerat) weiter. Nächste schwere Stelle ist eine Verengung mit dicken Walzen.

Auch die Weiterfahrt in kleinen Niedrigklammen ist teils recht sportlich, ein Katarakt ist etwas steckgefährlich. Ab einer Brücke wird es deutlich leichter, gute Spielmöglichkeiten gibt es aber weiterhin. Kurz vor dem Ausstieg geht es dann nochmals wuchtig und walzenreich in eine Niedrigklamm hinein, diese Stelle hat schon einige Schwimmer gefordert.

Fakten, Fakten, Fakten
Länge: ca. 11 km
Schwierigkeiten: WW 3-3+ mit Stellen 4, Staubsauger 4+
Einstieg: Zeltplatz Campita
Ausstieg: Ponte Leccia
Charakter: wuchtige Blockstrecken und Engstellen, teils Niedrigklammen
Gefahren: Walzen, evtl. Bäume, ein steckgefährlicher Katarakt
Autobegleitung: Straße meist etwas abseits
Ufer: nur teilweise begehbar
Die letzte Wildwasserstrecke des Golo führt durch kleine Niedrigklammen ähnlich der Tavignanoschlucht. Nach dem Einstieg an der Brücke von Barchetta folgen einige wuchtige Katarakte und eine schöne Cartwheelstelle, dann folgt flaches Wasser bis zu einem Wehr, dessen Befahrung nicht empfohlen werden kann.


Nach dem Wehr wechseln sich Schwälle und Katarakte ab mit längeren ruhigeren Strecken. Dabei geht es durch hübsche Niedrigklammen. Bei viel Wasser ist die Strecke recht wuchtig, bei wenig Wasser jedoch übersteigen die Schwierigkeiten WW 3+ nicht. Das am Wehr abgeleitete Wasser kommt erst nach den eigentlichen Klammabschnitten zurück, hier am letzten Stück sind die Spielmöglichkeiten mit entsprechenden Booten wieder recht ordentlich.


Einen perfekten Ausstieg haben wir nicht gefunden. Kurz vor Casamozza kommt die Straße aber direkt an den Fluß und man kann die Boote neben einer Betonmauer zu einer kleinen Parkbucht an der Straße hochtragen.
Fakten, Fakten, Fakten
Länge: ca. 9 km
Schwierigkeiten: WW bis 4 (je nach Wasserstand) mit längeren ruhigen Strecken
Einstieg: Brücke Barchetta
Ausstieg: vor Casamozza
Charakter: bei viel Wasser wuchtige Katarakte im Wechsel mit ruhigen Strecken in den Niedrigklammen
Gefahren: Wehr, tote Kühe im Fluß, Unterspülungen
Autobegleitung: Straße teils in Flußnähe, Fluß aber kaum zugänglich
Ufer: oft nicht begehbar
Zum krönenden Abschluß jetzt hier noch der oberste Golo, sicherlich das schönste Stück aber nur für gute Fahrer. Josef Haas beschreibt einen Einstieg beim Forsthaus, man muss dann eine unfahrbare Stelle umtragen und angeblich gibt es noch eine weitere gefährliche Stelle.
Man kann die Boote auch wie wir über einen markanten Rücken hinter einem tief eingeschnittenen Seitenbach zum Bach tragen. Vorher sollte man allerdings von der Brücke den Katarakt am Fahrtende nach der Calasimamündung angeschaut haben (Wasserstand abschätzen) und ebenso die Stufe hinter dem Hügel (enge Klamm – Fußgängersteg). Man sollte schon vor der Fahrt festlegen wie man hier fahren will, da links eine Felsplatte im Unterwasser lauert und bei viel Wasser ein mächtiger Rücklauf und man vom Bach selbst nur wenig einsehen kann.
Wenn man die Boote am Bach hat, geht es gleich mit steilen Katarakten (4+ bis 5-) los. Die erste Schlüsselstelle ist bei einem Steg erreicht. Unter dem Steg kommt eine leichte Stufe (WW 3). Nach kurzer ruhiger Strecke (Wasserfälle von rechts) kommt eine rückläufige Doppelstufe (WW 5), die man unbedingt besichtigen und absichern sollte. Umtragen ist nur sehr aufwendig möglich. Bei viel Wasser wird es hier kritisch. Direkt danach folgt eine Rutsche (rechts fahren), bevor es wieder deutlich leichter wird (WW 3). Nach einem Flachstück windet sich der Bach durch einen Felsriegel, der Abfall ist härter als er aussieht, man sollte unbedingt vor der Kurve zum Besichtigen aussteigen (Schwierigkeitsgrad 5+).





Die Folgestrecke ist ein Traum. Meist nicht allzu schwer (WW 4), viel Grundgestein mit hübschen Stufen, Rutschen, Klammen und Katarakten. Durch Bäume kann es notwendig werden, einzelne Stellen zu umtragen.
Ein durch einen riesigen Felsen in der Mitte geteilter Abfall leitet das nächste schwere Stück ein. Unbedingt rechts fahren, da links Steckgefahr besteht. Nach einer kleineren Stufe fällt der Bach über einen höheren Abfall in eine Niedrigklamm (links rausspringen), den Abschluß der Passage bildet ein Schrägabfall mit kräftiger Walze. Bis auf den letzten Abfall ist Umtragen kein Problem.



Bis zur bereits erwähnten Stelle beim Fußgängersteg ist es wieder leichter und dann ist man schon am letzten Katarakt angekommen, der nochmals wunderschön aber nicht zu unterschätzen ist. Eine Weiterfahrt bis zum Stausee lohnt bei etwas Wasser durchaus. Bei wenig Wasser ist die Strecke hakelig (kaum Grundgestein), bei mehr Wasser geht´s hier sicherlich wuchtig zu. Eine tolle Stufe erwartet einen aber auf alle Fälle (links fahren ist Pflicht!). Das letzte Stück bis zur Brücke am Beginn des Sees ist nicht mehr so toll, der Ausstieg hier, wie gegen Ende auch teilweise die Ufer ist ekelhaft verschmutzt!.

Fakten, Fakten, Fakten
Länge: ca. 6 km
Schwierigkeiten: WW 4-5+
Einstieg: Geländerücken hinter Seitenbach (schwer zu finden)
Ausstieg: Brücke nach der Mündung der Calasima oder am Beginn des Stausees
Charakter: stark verblockte Katarakte im Wechsel mit Stufen und Rutschen im Grundgestein, teils klammartig
Gefahren: Klemm- und Steckgefahr, Rückläufe, evtl. Bäume
Autobegleitung: Straße hoch über dem Fluß
Ufer: teilweise unbegehbar
zurück zur Flußübersicht